WELCHE FUNKTION HAT DIE DÄMMUNG

DIE ROLLE DER WÄRMEDÄMMUNG FÜR DIE GEBÄUDELEISTUNG VERSTEHEN

Slabs in close-up

Wenn Menschen an Dämmung denken, denken sie oft daran, im Winter die Wärme im Gebäude zu halten oder im Sommer die Hitze fernzuhalten. Das ist zwar sicherlich eine ihrer wichtigsten Funktionen, doch spielt die Dämmung eine viel umfassendere Rolle für die langfristige Leistungsfähigkeit von Gebäuden.
Von modernen Gebäuden wird erwartet, dass sie energieeffizient, langlebig und widerstandsfähig sind. Um diese Ziele zu erreichen, reicht es nicht aus, einfach nur ein Material mit einem niedrigen Wärmeleitwert auszuwählen. Die Dämmung steht während der gesamten Lebensdauer eines Gebäudes in Wechselwirkung mit Feuchtigkeit, baulichen Belastungen und Umgebungsbedingungen. Dies macht sie zu einem wesentlichen Bestandteil der Gesamtsubstanz.
Das Verständnis dieser umfassenderen Funktionen kann Architekten, Ingenieuren und Bauherren helfen, fundiertere Planungsentscheidungen zu treffen

Wozu dient eine Dämmung?

Im Grunde dient eine Dämmung dazu, den Wärmeübergang zu verringern.Wärme wandert von Natur aus von wärmeren zu kühleren Bereichen durch drei Mechanismen:

  • Wärmeleitung, bei der Wärme durch die physikalische Struktur eines Materials übertragen wird
  • Konvektion, bei der Wärme durch bewegte Luft oder Flüssigkeiten transportiert wird
  • Strahlung, bei der Wärme durch elektromagnetische Wellen übertragen wird

Eine Dämmung verlangsamt diese Wärmeübertragung und trägt so dazu bei, dass in Gebäuden stabilere Innentemperaturen herrschen, wodurch der Energiebedarf für Heizung und Kühlung sinkt.
Die Effizienz eines Dämmstoffs wird häufig anhand seiner Wärmeleitfähigkeit ((λ-Wert) beschrieben. Ein niedrigerer Lambda-Wert bedeutet, dass weniger Wärme durch das Material dringt. Gebäudeplaner nutzen thermische Leistungsdaten in Verbindung mit Normen wie EN 12667 und EN ISO 6946, um zu bewerten, wie Bauteile zur Gesamtenergieeffizienz beitragen.  

 

Was beeinflusst die DämmleistunG?

Die thermische Leistung wird oft als Nennwert angegeben, der unter kontrollierten Laborbedingungen gemessen wurde. Reale Gebäude werden jedoch selten unter Laborbedingungen betrieben.

Mehrere Faktoren können die Dämmleistung in der Praxis beeinflussen:

  • Materialaufbau und -zusammensetzung
  • Verarbeitungsqualität
  • Feuchtigkeitseinwirkung
  • Mechanische Beanspruchung
  • Temperaturschwankungen
  • Alterung und Umgebungsbedingungen

Das bedeutet nicht, dass Laborwerte unwichtig sind. Vielmehr wird dadurch deutlich, dass Dämmung als Teil eines gesamten Gebäudesystems und nicht als dämmendes Material betrachtet werden sollte.

 

Über die Thermische Leistung Hinaus: Die zusätzlichen Funktionen der Dämmung

Wecheslwirkung der Feuchtigkeit

Feuchtigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Gebäudeleistung beeinflussen. Manche Dämmstoffe können Wasser aufnehmen oder Wasserdampf durch die Konstruktion hindurchlassen. Je nach Anwendung kann dies die thermische Leistung beeinflussen, das Kondensationsrisiko erhöhen oder die Lebensdauer benachbarter Bauteile beeinträchtigen.

Aus diesem Grund berücksichtigen Planer neben der thermischen Leistung häufig auch Eigenschaften wie Wasseraufnahme und Wasserdampfdurchlässigkeit. Diese Eigenschaften werden üblicherweise anhand von Normen wie EN 12087 und EN 12086 bewertet.

Das Verständnis dafür, wie sich Dämmstoffe in Gegenwart von Feuchtigkeit verhalten, ist besonders wichtig bei Dächern, erdberührten Bauwerken und in Umgebungen, die hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind.

 

 

Mechanisches Verhalten

Von Dämmstoffen wird oft mehr verlangt als nur der thermische Widerstand. 

In vielen Anwendungsbereichen, insbesondere bei Dächern, Fußböden und erdberührten Bauwerken, kann Dämmung zudem erheblichen Belastungen ausgesetzt sein. Diese Belastungen können dauerhaft sein, wie beispielsweise bei Pflasterungen und Dachbelägen, oder vorübergehend, wie bei Wartungsverkehr. 

Materialien reagieren unterschiedlich auf Druckbeanspruchung. Einige behalten ihre Abmessungen über lange Zeiträume bei, während sich andere unter anhaltender Belastung allmählich verformen können. 

Das Druckverhalten wird üblicherweise gemäß EN 826 bewertet und kann ein wichtiger Faktor sein, wenn langfristige Maßbeständigkeit erforderlich ist. 

Das FOAMGLAS® Schaumglasdämmung ist in der Lage, Belastungen von 200 kPa bis 500 kPa (SF=3[OB1.1] )  ohne Verformung zu tragen, und ist so ausgelegt, dass es bei korrekter Auslegung und Verlegung seine Leistungsfähigkeit unter dauerhaften Belastungsbedingungen beibehält.*

Brandverhalten

Das Brandverhalten ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl von Dämmstoffen.

Bauvorschriften und Projektanforderungen legen häufig Brandverhaltensklassen fest, insbesondere in öffentlichen Gebäuden, Industrieanlagen und Dachkonstruktionen.

Die europäischen Klassifizierungen sind in der Norm EN 13501-1 definiert, die festlegt, wie Bauprodukte auf Brand einwirken.

Die Dämmung ist nur ein Teil der Brandschutzstrategie, doch ihre Eigenschaften können das Verhalten der gesamten Baukonstruktion beeinflussen.

Bei der Prüfung gemäß EN 13501-1 erreicht die FOAMGLAS® Dämmung die Euroklasse A1. Dies ist die höchstmögliche Einstufung. Das bedeutet, dass das Produkt als nicht brennbar eingestuft ist und weder zur Ausbreitung des Feuers noch zur Bildung brennender Tropfen beiträgt.

 

 

Warum die Dämmleistung in Gebäuden variieren kann

Der Unterschied zwischen der angegebenen Leistung und der tatsächlichen Leistung im Einsatz wird oft durch die Umgebungsbedingungen des Materials bestimmt.

Feuchtigkeitseinwirkung, Verlegequalität, Belastungsbedingungen und Umweltfaktoren können die Leistung eines Dämmsystems über seine gesamte Lebensdauer hinweg beeinflussen.

Aus diesem Grund bewerten erfahrene Planer Dämmstoffe in der Regel anhand der Anforderungen der jeweiligen Anwendung, anstatt sich auf einen einzigen Leistungswert zu verlassen.

Eine Dachterrasse, ein Museumsdach, ein Kühlhaus und eine Tiefgarage erfordern zwar alle eine Dämmung, doch die Anforderungen an diese Dämmung können sehr unterschiedlich sein. 

Über die thermischen Werte hinausblicken

Die Dämmung ist nach wie vor eine der wirksamsten Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Ihre Rolle geht jedoch weit über die Reduzierung von Wärmeverlusten hinaus.

Feuchtigkeitsverhalten, mechanische Eigenschaften, Feuerwiderstand und Lebensdauer können alle Einfluss darauf haben, wie sich ein Dämmsystem in der Praxis bewährt.

Die gemeinsame Berücksichtigung dieser Faktoren trägt dazu bei, dass die Dämmung nicht nur zur Energieeffizienz, sondern auch zur langfristigen Zuverlässigkeit des gesamten Gebäudes beiträgt.

FOAMGLAS® Schaumglasdämmung ist formstabil und undurchlässig. Als Teil eines ordnungsgemäß konzipierten Gebäudesystems kann es dazu beitragen, das Kondensationsrisiko zu verringern. Zudem gewährleistet es langfristig eine zuverlässige mechanische und thermische Leistung.

Um die Dämmleistung zu verstehen, muss man zunächst die Anforderungen der jeweiligen Anwendung kennen. Für weitere technische Hinweise wenden Sie sich bitte an das FOAMGLAS® Team, um projektspezifische Beratung zu erhalten. 

*Weitere Einzelheiten zu unseren Produktspezifikationen finden Sie in unseren Leistungserklärungen unter DOP 1000010015B FOAMGLAS® T4+ und DOP 1000010065B FOAMGLAS® T3+.